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»Schaum-Alarm«
auf dem Dalkebach

Ursache nicht bekannt - Wasserprobe genommen

Von Wolfgang Wotke
Gütersloh (WB). Schaum-Alarm gestern Morgen in Gütersloh: weiße Schaumberge türmten sich auf der Dalke. Der Wind verteilte die Flocken auf Autos, in Hecken, Sträuchern und Bäumen. Was anfangs bedrohlich aussah, wurde vom leicht einsetzenden Sprühregen wieder zerdrückt. War es ein Unfall oder ein dummer Karnevals-Scherz? Die Untere Wasserbehörde untersucht den Fall.

Siegfried Gruber, Leiter der Unteren Wasserbehörde des Kreises Gütersloh, gab am Nachmittag vorerst Entwarnung: »Wir nehmen an, dass es sich dabei um flüssiges Waschmittel oder Shampoo handelt. Die Ursache können wir noch nicht nennen. Aber giftig scheint der Schaum nicht zu sein«, sagte der 53-jährige Experte. Trotzdem, so Gruber, habe man zusammen mit der Feuerwehr vorsichtshalber eine Wasserprobe genommen, »um auf der sicheren Seite zu sein.« Diese sei umgehend in das Labor des Hygienischen Institutes nach Bielefeld zur genauen Analyse geschickt worden. Gruber: »Wir rechnen mit einem Ergebnis allerdigs erst in zwei bis drei Tagen.«
Die Feuerwehr wurde gestern in den frühen Morgenstunden alarmiert: »Erhebliche Schaumbildung auf der Dalke.« An der Strangmühle in Avenwedde wurden die großen Flocken zum ersten Mal gesichtet. »Vor jedem Sol-Absturz verwirbelte das Wasser, und so kam es zu der gewaltigen Schaumbildung«, erklärte Siegfried Gruber das Phänomen. Klar, dass bei einer Fließgeschwindigkeit von etwa einem Stundenkilometer der Schaumteppich noch bis weit hinter der Weberei in Gütersloh zu sehen gewesen sei. Am schlimmsten sei es aber an der Brücke in der Nähe des Parkbades gewesen. »Dort klebte der weiße Flaum sogar an den Hauswänden«, berichtete Burghard Vogelsang vom Staatlichen Umweltamt Bielefeld. Die Mitarbeiter des Umweltamtes nehmen nun an, dass irgendwo auf Bielefelder Gebiet der Ursprung entstand.
Zu Schäden ist es nicht gekommen. Es hat auch zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Menschen oder Tiere bestanden. Das bestätigte Siegfried Gruber im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Selbst die Fische im Dalke-Bach hätten den plötzlichen »Schaumangriff« lebend überstanden. »Wir haben keinen einzigen toten Fisch entdeckt.«

Artikel vom 01.03.2006