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Schildmann hat
Anbau-Pläne

Alter Aldi wird zwangsversteigert

Borgholzhausen (kan). Wie die Zwangsversteigerung der alten Aldi-Flächen am Uphof im Februar ausgeht, das wissen Karl und Holger Schildmann nicht. Sie haben die Räume seit Mitte vergangenen Jahres angemietet und dort einen Teil ihrer Firma untergebracht.

Um nicht plötzlich ohne diese Räume dazustehen, hat die Schildmann GmbH, Siebdruckservice und Fototechnisches Labor, jetzt vorsichtshalber eine Bauvoranfrage für eine Erweiterung ihres Stammsitzes Unter der Horst 3 gestellt. Mit dem gemeindlichen Einvernehmen für ihr Bauvorhaben können die Eigentümer des Betriebes fest rechnen - das wurde am Mittwochabend einstimmig im Planungs- und Bauausschuss erteilt.
300 bis 500 Quadratmeter groß soll der Anbau werden, falls er realisiert wird. »Eigentlich sind wir daran interessiert, die alten Aldi-Räume, in denen wir derzeit unser Lager und Teile unserer Produktion untergebracht haben, weiterzumieten. Das hängt jedoch vom Ausgang der Zwangsversteigerung ab«, sagt Seniorchef Karl Schildmann. Der erste Termin ist für den 4. Februar im Amtsgericht Halle festgesetzt worden. Ab 9.30 Uhr soll die 556 Quadratmeter große Fläche in dem Wohn- und Geschäftshaus samt Nutzungsrecht an den 38 Auto-Stellplätzen versteigert werden. Der Verkehrswert beträgt etwa 400 000 Euro.
Die Firma Schildmann ist grundsätzlich nicht abgeneigt, die Räume zu erwerben. »Wenn der Preis stimmt - 400 000 Euro sind zu viel -, würden wir sie kaufen. Es gibt jedoch einige Nachteile. Da dort auch mehrere Eigentumswohnungen sind, wären wir nicht Herr im eigenen Haus. Außerdem stellen die Parkplätze für uns keinen Wert da«, erklärt Karl Schildmann.
Sollte sich ein anderer Käufer finden, dann würde die Schildmann GmbH die Fläche auch gerne weiter mieten - jedoch, wie der Chef betont, zu anderen Konditionen: »Die Vorauszahlungen für die Nebenkosten, die wir derzeit leisten, sind an den Verbrauch des alten Aldi angelehnt - und das ist viel zu viel. Der Aldi hatte unter anderem mit seinen Kühlaggregaten einen viel höheren Stromverbrauch.«
Die Schildmann GmbH hatte die Räume im Juli 2003 von der WG Eigentums- und Mietverwaltungs GmbH gemietet und seither eine monatliche Abschlagsumme für Strom, Wasser, Heizkosten und anderes gezahlt. Seit November 2003 wird das Haus jedoch von einem Bielefelder Rechtsanwalt zwangsverwaltet. Karl Schildmann: »Trotz mehrfacher Nachfragen haben wir bislang noch nicht einmal eine Nebenkosten-Abrechnung für das Jahr 2003.«

Artikel vom 03.12.2004